Fächer

Die Ausbildung besteht aus drei Bereichen:

  1. der berufsübergreifende Unterricht mit den Fächern:
  2. der berufsbezogene Lernbereich wird in den folgenden Lernfeldern vermittelt:
    • Lernfeld 1: Das Aufbauen von Beziehungen zu Menschen in verschiedenen Lebensphasen, sowie das Erkennen und Begleiten von sozialpädagogischen Prozessen
    • Lernfeld 2: Das Assistieren bei der Unterstützung und Pflege von Menschen in verschiedenen Lebensphasen und Lebenssituationen
    • Lernfeld 3: Das Erwerben und Umsetzen von hauswirtschaftlichen Kompetenzen
    • Lernfeld 4: Das Kennenlernen von musisch-kreativen Prozessen und deren Anwendung in Alltagssituationen
    • Lernfeld 5: Das Entwickeln von beruflicher Handlungskompetenz und beruflicher Identität
  3. Praktika/Projekte

Lernbereich Deutsch/Kommunikation

Der Lernbereich Deutsch/ Kommunikation ermöglicht unseren Schülerinnen und Schülern innerhalb ihrer beruflichen Erstausbildung zum staatlich geprüften Sozialassistenten die Möglichkeit zum Erwerb des mittleren Schulabschlusses (MSA).

Während der zwei-jährigen Ausbildung werden sechs Leistungsnachweise, davon vier unter Klausurbedingung gefordert. Die Ausbildung endet mit einer schriftlichen Abschlussprüfung.

Das Fach Deutsch /Kommunikation vermittelt Kenntnisse über Sprache, Kommunikation und Arbeitsmethoden, die für den Unterricht im berufsbezogenen Lernbereich insbesondere für die soziale Kommunikation Grundlagencharakter haben.

Wir befähigen unsere Schülerinnen und Schüler, in unterschiedlichen Unterrichts-, Berufs- und Alltagssituationen den wechselnden Anforderungen des mündlichen und schriftlichen Sprachgebrauchs gerecht zu werden.

Wir befähigen unsere Schülerinnen und Schüler, ihre kreativ schöpferischen Potentiale auszuloten und eröffnen ihnen Wege, ihre ästhetische Wahrnehmung sowie ihr Sprachbewusstsein zu sensibilisieren.

Mathematik

Der Mathematikunterricht in der Ausbildung zum Sozialassistenten ist stark praxisorientiert.
Die in den Schuljahren 7 bis 10 erworbenen mathematischen Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten werden gefestigt und ausgebaut. Die Stoffgebiete des Mathematikunterrichtes
sind eng mit den Lernfeldern der fachpraktischen Unterrichtes verbunden  und unterstützen diesen. Die SchülerInnen erwerben das mathematische Rüstzeug für ihren späteren beruflichen Einsatz. So werden in vielfältigen  Projekten berufsfeldspezifische Kenntnisse wie das Führen und Auswerten eines Haushaltsbuches, das Verwalten von Finanzen, das Kalkulieren im hauswirtschaftlichen Bereich, die Lohnberechnung erworben.

Englisch

Als Fremdsprache wird in dieser Ausbildung Englisch angeboten. Um die in der Berufsfachschulverordnung geforderte Gesamtzahl von 180 Unterrichtsstunden zu erreichen, werden pro Woche drei Englischstunden gegeben.

Die Themen und Inhalte betonen den berufsbildenden und berufsspezifischen Charakter des Bildungsgangs. Entsprechend den Vorgaben des Rahmenplanes werden im ersten Ausbildungsjahr Themenbereiche wie „Education and work“ oder „Leisure and health“ behandelt. Im zweiten Jahr stehen neben dem Thema „Raising children“ vor allem soziale Aspekte im Vordergrund: „Old age and people in need of care“, „People with special needs“, „Poverty and the welfare state“ und „Ethnic minorities“. In jedem Halbjahr wird eine Klassenarbeit geschrieben, pro Ausbildungsjahr kommt noch ein weiterer Leistungsnachweis in Form eines Vortrages bzw. einer Präsentation hinzu. Abschließende Prüfungen finden im Fach Englisch nicht statt.
Am Ende des Bildungsgangs erreichen die Unterrichtsangebote einen sprachlichen Schwierigkeitsgrad, der dem Niveau des Mittleren Schulabschlusses bzw. dem Niveau B1 des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens für Sprachen entspricht.

Wirtschafts- und Sozialkunde

Das Fach Wirtschafts- und Sozialkunde ist das Kernfach der politischen und ökonomischen Bildung in der Berufsfachschule für Sozialassistenz.
In seinem Zentrum stehen der Mensch als soziales und politisches Wesen, die wichtigsten Formen des gesellschaftlichen Zusammenlebens, die demokratische Gestaltung der staatlichen Ordnung, die Mitgestaltung der internationalen Politik und das wirtschaftliche Handeln des Einzelnen und der Unternehmen.
Übergeordnete Zielsetzung ist, die Schülerinnen und Schüler auf der Grundlage des Menschenbildes der Demokratie zu eigenverantwortlichem Handeln, Urteilsfähigkeit und zur Übernahme von Verantwortung in der Gesellschaft zu erziehen. Hinzu kommen für die Berufsausbildung wesentliche wirtschafts- und rechtskundliche Inhalte.  
Der Unterricht vermittelt den Schülerinnen und Schülern die Fähigkeit, gegenwärtiges Geschehen im nationalen wie internationalen Rahmen auf historische Entwicklungen zu beziehen. Als Orientierungshilfe werden Kategorien zum Verständnis der komplexen Welt der Gegenwart sowie des aktuellen Geschehens erarbeitet. Der rasche Wandel in Staat und Gesellschaft wird im Hinblick auf die grundlegenden Herausforderungen des 21. Jahrhunderts bewusstgemacht.
Das Handlungskonzept im Sozialkundeunterricht geht von der Grundüberlegung aus, dass Sozialkunde mehr sein muss als die rein intellektuelle Aneignung von Sach- und Fachwissen.
Dabei sind vor allen zwei Aspekte von zentraler Bedeutung:

  1. Die Schülerinnen und Schüler sollen handeln im Sozialkundeunterricht. Sie sind aktiv am Unterrichtsgeschehen beteiligt und gestalten den Unterricht mit. Dabei erlernen und üben sie gleichzeitig die dafür notwendigen analytischen, problemlösenden, sozialen und kommunikativen Fähigkeiten und Fertigkeiten. Die Arbeit mit Statistiken und Karikaturen ist dabei genauso wichtig wie das Präsentieren von komplexen Sachverhalten.
  2. Schülerinnen und Schüler erwerben über handlungsorientierte Methoden durch ,,Probehandeln” Fähigkeiten und Kompetenzen, die ihnen späteres Handeln in Gesellschaft und Politik erleichtern. Sie gewinnen und trainieren ein individuelles Handlungsrepertoire für politische Meinungsbildung und politische Auseinandersetzungen in unserer Gesellschaft. ,,Handlungskompetenz meint in diesem Sinn vor allem eine für Sozialkunde relevante Methodenkompetenz der Schülerinnen und Schüler. Indem die Lernenden zum Beispiel politische Auseinandersetzungen im Planspiel simulieren, einen themenzentrierten Videofilm drehen, eine Wandzeitung gestalten, Plakate und Flugblätter entwerfen oder politische Problemfelder vor Ort erforschen, werden Handlungstraining, Wissenserwerb und Meinungsbildung unmittelbar miteinander im Lernprozess verbunden.


Wesentliche übergeordnete zu erwerbende Kompetenzbereiche sind:

  • Die Bewusstwerdung der persönlichen Situation im Übergang zur Berufsausbildung,
  • Die Entwicklung von Einstellungen und Haltungen,
  • Das aktive Teilnehmen an Gesprächen und Diskussionen,
  • Die Perspektive von „Anderen“ übernehmen zu können,
  • Die eigenen Interessen in Wirtschaft und Gesellschaft wahrnehmen zu können,
  • Das gezielte Beschaffen und Bewerten von Informationen.

Sport und Gesundheitsförderung

Der Unterricht vermittelt Erfahrungen, Kenntnisse und Kompetenzen im Hinblick auf den Umgang mit dem eigenen Körper sowie die Anwendung dieser Kenntnisse in der beruflichen Praxis. Gesundheitsförderndes Bewegungsverhalten und soziale Handlungskompetenzen werden im Unterricht durch Spiel, Sport und Bewegung entwickelt. Bewegungsangebote für verschiedene Zielgruppen im Berufsfeld werden initiiert und gestaltet.

Lernfeld 1: Beziehungen zu Menschen in verschiedenen Lebensphasen und Lebenssituationen aufbauen sowie sozialpädagogische Prozesse erkennen und begleiten

Beziehungsaufbau und Beziehungspflege sind die Grundlagen in jeder Berufstätigkeit, bei denen man mit Menschen zusammen arbeitet. Hier ist nicht nur Teamfähigkeit gemeint, sondern ein tieferes Verständnis dahingehend, dass Menschen in unterschiedlichen Lebenssituationen unterschiedliche Bedürfnisse und Hilfebedarfe haben. Ziel des Faches ist die Festigung einer Grundhaltung, die geprägt ist von Wertschätzung des Gegenübers, Einfühlung in diese Situation und gleichzeitig aufrechter und echter Umgang mit ihm.
Das setzt eine Neugier in der Reflexion mit sich selbst voraus, denn diese ist für die Bearbeitung der inhaltlichen Schwerpunkte Kommunikation, Wahrnehmung und Beobachtung, Erziehung und Entwicklung zwingend notwendig.
Unterrichtsmethodisch wird mit praxisnahen Handlungssituationen gelernt, die es den Schülerinnen und Schülern ermöglichen, die berufliche Aufgabe zu erkennen, Entscheidungen zu treffen und Verantwortung für Teilaufgaben im Berufsfeld zu übernehmen.
Der Unterricht im Lernfeld 1 nimmt Bezug auf ein verbindlich abzuleistendes Praktikum im sozialpädagogischen Bereich.

Lernfeld 2: Bei der Unterstützung und Pflege von Menschen in verschiedenen Lebensphasen und Lebenssituationen assistieren

Sozialassistentinnen und Sozialassistenten werden in stabilen Pflege- und Betreuungssituationen eingesetzt und übernehmen unterstützend Aufgaben der Grundpflege. Dazu ist es notwendig, Personen zu beobachten, Veränderungen wahrzunehmen und Risiken zu erkennen. Diese Veränderungen müssen beschrieben und dokumentiert werden, damit wesentliche Informationen an Fachkräfte weiter gegeben werden können.
Dieses Ziel spiegelt sich in den Unterrichtsinhalten wieder. Die Schüler werden in der Assistenz verschiedener Pflegetätigkeiten angeleitet. In einem eigens für die Ausbildung eingerichteten Pflegeraum können die verschiedenen Tätigkeiten geübt werden. So erfolgt die Vermittlung nicht nur theoretisch, sondern auch praktisch, rückenschonendes Arbeiten wird so ganz nebenbei erlernt.
Entsprechend der Anforderungen zukünftiger Tätigkeitsfelder berücksichtigt die Ausbildung dabei auch die Tatsache, dass Assistenztätigkeiten für Menschen aller Altersgruppen geleistet wird. So sind Inhalte der Säuglingspflege ebenso fester Bestandteil der Ausbildung wie die der Alten- und Krankenpflege. Besonderer Wert wird auf das Kennen und Anwenden von verschiedenen Maßnahmen der Prophylaxe und Gesundheitsprävention gelegt.
Der Unterricht im Lernfeld 2 nimmt Bezug auf ein verbindlich abzuleistendes Praktikum im pflegerischen Bereich.

Lernfeld 3: Grundlegende hauswirtschaftliche Kompetenzen erwerben und umsetzen

Sozialassistentinnen und Sozialassistenten müssen sich sicher im hauswirtschaftlichen Bereich bewegen können. Umsicht und Sorgfalt sind Pflicht, die Koordination von mehreren Arbeitsabläufen innerhalb eines Haushaltes ohne die Übersicht zu verlieren ist stets eine Herausforderung.
Die Grundlagen der Ernährung spielen dabei die größte Rolle. Einmal zur Entwicklung der eigenen personalen Kompetenz erarbeitet, spielt dieses Wissen dann eine zentrale Rolle bei der Versorgung von unterschiedlichen Personengruppen, die zu versorgen sind: Kinder, ältere Menschen oder auch Personen mit bestimmten Anforderungen an die Ernährung.
Haushaltsführung beinhaltet aber auch noch mehr: Was kann ich mir leisten? Wie sauber soll´s denn sein? Ist das nicht alles umweltschädlich?
Arbeitsorganisation innerhalb des beruflichen Handlungskreises ist unterrichtsdidaktisch der wichtigste Ansatz. Dieser findet sich auch in den Praktikumsaufgaben wieder. Auf diese Art werden die Lernfelder miteinander verwoben.

Lernfeld 4: Musisch-kreative Prozesse kennenlernen und in Alltagssituationen anwenden

Ziel des Kunst- bzw. Musikschwerpunktes im Lernfeld 4 ist zunächst die Förderung des Interesses und der Freude an eigenem musikalischem und bildnerischem Tun. Erweitert und vertieft werden die musisch-gestalterischen Grundbildung mit den Unterrichtsangeboten zu freiem bildnerischen Gestalten (Malerei und Grafik), Arbeiten mit Papier, Holz und Textilien, aber auch die Verwendung unkonventioneller Materialien. Design und Raumgestaltung sind weitere Möglichkeiten der kreativen Arbeit.
Musikalische Gestaltungsprozesse orientieren auf die Wirkung von Musik und Rhythmik, auf die Verbindung mit anderen Ausdrucksformen und auf eigene musikalische Aktivitäten (Singen, Tanzen, Musizieren, Spiele mit Musik).
Das Spiel und dessen Bedeutung für die künftige Arbeit als Mittel des Lernens und Förderns, der Kommunikation und Interaktion ist permanent im Unterricht enthalten.
Kreative Prozesse sollen aber nicht nur in der Schule geübt, sondern in die Berufspraxis transferiert werden. Die Grundlagen der Anleitung, wichtige Methoden und Darbietungsformen bei der Erstellung eines Angebotes im sozialpädagogischen Bereich wird innerhalb des Lernfeldes erlernt, konkret vorbereitet und kann im Praktikum auch praktisch umgesetzt werden.

Lernfeld 5: Berufliche Handlungskompetenz und berufliche Identität entwickeln

Berufliche Handlungskompetenzen sind der wesentliche Baustein für eine erfolgreiche Berufsausübung. Fachbezogen werden diese Inhalte in allen Lernfeldern unterrichtet, eine Zusammenführung erfolgt im Lernfeld 5.
Es gibt drei wesentliche Aspekte bei der Entwicklung der Handlungskompetenz. Der erste Aspekt sind die rein berufsbezogenen Arbeitsprozesse. Der zweite Aspekt besteht in der Entwicklung von Methodenkompetenz, der dritte bezieht sich auf die Anteile, die von der eigenen Person abhängen und durch Verantwortungsbewusstsein, Reflexionsfähigkeit und Belastbarkeit beschrieben werden können.
Die berufliche Identität wird in der Ausbildung erworben, indem die Schülerinnen und Schüler unter Anleitung Teilaufgaben planen, durchführen und reflektieren sowie das eigene Handeln kritisch einschätzen. Dazu werden die unterschiedlichen Bereiche der Sozialassistenz aufgegriffen:  die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, die soziale Arbeit mit Familien, die Arbeit mit alten Menschen und der Arbeit mit Menschen mit Behinderungen.
Zur Vorbereitung der Praktika werden auch berufsspezifische gesetzliche Bestimmungen kennen gelernt, die Reflexion der Praktika ist ebenfalls fester Bestandteil des Lernfeldes.

Aktualisiert: 28.03.2017