Fächer

Die schulische Ausbildung erfolgt in einem Pflichtteil, der in fünf Fächer (Lernbereiche) gegliedert ist:

Der Unterricht in den Fächern 1 bis 5 erfolgt in 16 Themenfeldern, die sich an konkreten beruflichen Aufgaben und Handlungsabläufen orientieren. Diese Themenfelder strukturieren den Unterricht. In ihnen werden fachübergreifend problemorientierte Aufgabenstellungen behandelt. Die Bearbei¬tung im Unterricht erfolgt in handlungsorientierten Lernsituationen.
Während in den ersten beiden Semestern die Aneignung von Grundlagenwissen und Basiskompetenzen erfolgt, so dienen die folgenden Semester zunehmend der Profilbildung. Die Fachschule besitzt ein musisch-künstlerisches-gestalterisches Profil und fördert praxisorientiert vielfältige bildkünstlerische und musikalische Interessen und Begabungen. So haben Sie auch in der berufsbegleitenden Ausbildung z.B. die Möglichkeit, die Instrumente Gitarre und Keyboard im Gruppenunterricht zu erlernen.

Der Unterricht umfasst 12  Stunden je Woche und findet  an eineinhalb Wochentagen statt. Die Unterrichtszeiten am OSZ sind von Montag bis Freitag von 08.00 Uhr bis 16.50 Uhr.

Fach 1: Kommunikation und Gesellschaft

Wie kommt ein Kind zur Sprache?
Warum missverstehen wir uns so oft mit Worten?
Warum verstehen wir uns manchmal mit nur einem Blick?
Kinder sprechen in Berlin viele Sprachen. Erstsprache- Zweitsprache: Was hat Vorrang?
Wer bin ich, wer will ich sein?- Identitätssuche von Jugendlichen
Was ist eigentlich Familie – Patchwork, Single,...?

Diese und andere Fragen sind Inhalt des Unterrichts im Lernbereich Kommunikation und Gesellschaft.

Der Lernbereich unterteilt sich in folgende 4 Themenfelder:
Themenfeld 1: Kommunizieren und kooperieren
Themenfeld 2: Sprache als Grundlage menschlicher Entwicklung verstehen und fördern
Themenfeld 3: Kulturarbeit leisten
Themenfeld 4: Entwicklung der personalen und gesellschaftlichen Identität von Kindern und Jugendlichen unterstützen und begleiten

Kommunizieren und kooperieren

Kompetenzen in Kommunikation und Kooperation sind zentrale Handlungsfähigkeiten und Handlungsbereitschaften für die Tätigkeit von Erzieherinnen und Erziehern: mit Kindern und Jugendlichen, im Team, mit Eltern und anderen an der Erziehung Beteiligten. Sie müssen in der Lage sein, Gespräche zu führen und zu leiten, Konflikte zu erkennen und zu verbalisieren. Sie müssen sich des eigenen kommunikativen Verhaltens bewusst sein und es reflektieren können. Sie sollen Kinder und Jugendliche in ihren kommunikativen und sozialen Kompetenzen fördern und unterstützen.

Sprache als Grundlage menschlicher Entwicklung verstehen und fördern

Sprache bildet die Grundlage der Kommunikation. Sie entwickelt sich vor allem in den ersten Lebensjahren. Spracherwerb und Sprachentwicklung sind für die weitere Entwicklung von Kindern und Jugendlichen von zentraler Bedeutung. Erzieherinnen und Erzieher müssen Kinder in dieser wichtigen Entwicklungsphase der Sprachaneignung fördern und unterstützen, Sprachdefizite und -störungen erkennen und Maßnahmen entwickeln können, diese zu mindern oder zu beheben. Sie sollen sich der Bedeutung ihrer Rolle als Sprachvorbild bewusst sein. Sie sollen den Zusammenhang von sozialer Herkunft und Sprachkompetenz theoretisch fundiert kennen und benachteiligte Kinder gezielt fördern können. Sie sollen die besonderen Bedingungen für Kinder, die Deutsch als Zweitsprache erlernen bzw. mehrsprachig aufwachsen, bei der Sprachförderung ausdrücklich berücksichtigen.

Kulturarbeit leisten

Kultur einerseits als Ausdruck schöpferischen Schaffens zu erfahren und andererseits als
identitätsbildend zu verstehen stellt die Grundlage eines weit gefassten Kulturbegriffs dar. In unserer pluralistischen und multi-ethnischen Gesellschaft hat Kulturarbeit mit Kindern und Jugendlichen deshalb einen hohen Stellenwert. Es ist eine besondere Aufgabe für Erzieherinnen und Erzieher Kindern und Jugendlichen die Vielfalt kultureller Angebote nahe zu bringen und sie teil haben zu lassen an kulturellen Ereignissen.
Kulturelle Werte werden nicht zuletzt über Medien transportiert, Deshalb ist eine Auseinandersetzung mit verschiedenen Kommunikationsmitteln unerlässlich, um selbst Medienkompetenz zu erlangen und diese Kindern und Jugendlichen zu vermitteln.

Entwicklung der personalen und gesellschaftlichen Identität von Kindern und Jugendlichen unterstützen und begleiten

Ziel jeder Erziehung ist die Entwicklung von Identität. Den unterschiedlichen Anforderungen, die verschiedene Rollen an uns stellen, gerecht zu werden oder sie in Frage zu stellen, ist Aufgabe des Erwachsenen und Grundlage des gesellschaftlichen Miteinanders. Dies zu können erfordert gesellschaftliches und politisches Bewusstsein, Anpassungs- und Kritikfähigkeit. Diesen Prozess zu begleiten ist eine verantwortungsvolle Aufgabe von Erzieherinnen und Erziehern, denn es geht darum, Normen und Werte zu vermitteln. Sie werden vor allem durch das eigene Verhalten vermittelt, das persönliche Einstellungen und Haltungen widerspiegelt. Glaubwürdigkeit, Verlässlichkeit und Wertschätzung des anderen bilden dabei als personale Kompetenzen der Erzieherin oder des Erziehers die Grundlagen pädagogischen Handelns. Unterschiedlichen Lebensformen soll mit Offenheit und Neugier begegnet werden.

Fach 2: Sozialpädagogische Theorie und Praxis

Wo arbeiten Erzieherinnen und Erzieher? Was ist Bindung? Was sind Hilfen zur Erziehung? Wer war Maria Montessori? Was ist ein Early Excellence Center? Wie und warum plane ich ein pädagogisches Angebot? Was ist eine besondere Lebenslage? Was ist Transition? Welches Fazit zieht ein Erzieher /eine Erzieherin aus dem Film „Die Welle“? Warum muss ich beobachten? Habe ich selbst auch Entwicklungsaufgaben zu bewältigen?
Diese und weitere Fragen zur sozialpädagogischen Theorie und Praxis werden in unserem Lernbereich behandelt.

In folgenden fünf Themenfeldern werden von den Studierenden Fach-, Methoden- und Personalkompetenzen erworben:
Berufliche Identität und professionelle Perspektiven entwickeln;
Beobachten, interpretieren, planen und handeln;
Bilden und Erziehen: Lernwelten von Kindern und Jugendlichen gestalten;
Pädagogische Konzepte umsetzen und Qualität sichern sowie
Kinder und Jugendliche in besonderen Lebenslagen unterstützen.
Dabei wird die Ausbildung der Handlungskompetenzen in verschiedenen realitätsnahen und für die berufliche Praxis relevanten Lernsituationen gezielt gefördert.

Beispiel: Folgender Arbeitsauftrag wird von Fachschüler/innen bearbeitet:
„Nina, die 4-jährige Tochter von Heike und Peter Winkler, soll im kommenden Sommer in einen Kindergarten gehen. Die Vielfalt der Angebote macht den Eltern die Entscheidung für oder gegen eine Einrichtung nicht leicht. Sie haben Fragen, die Sie gerne beantwortet haben möchten, bevor Sie sich entscheiden, denn es geht ja schließlich um das Glück ihrer Tochter. Sollen Sie Nina in einen Waldkindergarten schicken? Oder in eine integrative Einrichtung? Oder doch besser in einen Montessori- Kindergarten? Oder wäre eine Einrichtung der Reggiopädagogik das Beste, oder doch eine, die nach dem Situationsansatz arbeitet? Worin unterscheiden sich eigentlich die einzelnen pädagogischen Handlungsansätze? Wie wird dort gearbeitet? Die Winklers sind ratlos…“
In komplexen Unterrichtsarrangements erarbeiten nun die Studierenden „Empfehlungen an  Familie Winkler“, die sowohl auf theoretischen Erkenntnissen als auch auf praktischen  Erfahrungen beruhen – so werden etwa Hospitationen in Einrichtungen vereinbart, die nach solchen pädagogischen Ansätzen arbeiten. Im Anschluss üben sie sich darin, auch eigene pädagogische Konzeptionsentwürfe zu erstellen.

Fach 3: Musisch-kreative Gestaltung, Bewegung und Spiel

Das Fach umfasst folgende Themenfelder:
Themenfeld 10: Entwicklung menschlicher Ausdrucksformen anregen, begleiten und anleiten
Themenfeld 11: Lebensräume erschließen und gestalten
Themenfeld 12: Alltag und besondere Anlässe gestalten

Die Studierenden lernen in diesem Bereich vielfältige kreative Ausdrucksformen kennen und werden angeregt, sich mit ihrem Körper, Instrumenten, verschiedenen Materialien, Spielformen und Medien auseinander zu setzen. Didaktisch-methodische Kompetenzen wie auch ein Repertoire an Ideen für künstlerisch-kreative, musikalische, spielerische und psychomotorisch-sportliche Gestaltungsprozesse ermöglichen ein vielfältiges Handlungsspektrum für unterschiedliche sozialpädagogische Arbeitsfelder.
Bei der Gestaltung von Lebensräumen, Festen und besonderen Aktivitäten und Projekten werden neue Ausdrucksformen entdeckt und ästhetische Erfahrungen gewonnen.
Die Anforderungen basieren auf einem fachlich fundierten und handlungsorientierten Umgang mit Lernsituationen und schließen Fähigkeiten der Selbstorganisation, Eigenverantwortung, Interaktion und Kommunikation ein.

In den einzelnen Teilbereichen werden u.a. folgende Schwerpunkte fachspezifisch und fachübergreifend bearbeitet:

Kreatives künstlerisches Gestalten:

  • malerische, grafische und plastische Gestaltungstechniken und Ausdrucksformen
  • bildnerische Entwicklung und Prozessverlauf
  • kreative Angebote für unterschiedliche Zielgruppen

Musisches Gestalten:

  • elementare Musikerziehung und Instrumentalspiel
  • tänzerische Gestaltungen
  • jugendbezogene Bandarbeit

Spiel:

  • spieltheoretische Grundlagen
  • Spielfähigkeit und Spielgestaltung
  • Formen des darstellenden Spiels

Bewegungserziehung:

  • motorische Angebote für Kinder
  • Psychomotorik
  • jugendrelevante Sportarten

Fach 4: Ökologie und Gesundheit

Das Fach Ökologie und Gesundheit wird während der gesamten Ausbildung unterrichtet. Für den Unterricht stehen uns eine große Lehrküche, Fachräume und die naturwissenschaftliche Sammlung zur Verfügung. Unsere inhaltlichen und methodischen Schwerpunkte orientieren sich an den beruflichen Aufgaben.

Der Unterricht ist handlungsorientiert und umfasst zwei Themenfelder:  
Themenfeld 13  Natur und Umwelt erfahren und nachhaltig handeln
Themenfeld 14  Gesundheit fördern.

Themen und Aufgaben sind zum Beispiel:
Interesse und Neugier für ökologische und gesundheitliche Fragen entwickeln und einen eigenen Standpunkt finden.
Biologische, gesundheitsbezogene und ökologische Kenntnisse erwerben und aufgrund dieser Kenntnisse Zusammenhänge von Natur, Umwelt und gesundem Leben verdeutlichen.
Den eigenen Körper wahrnehmen und als Teil der Natur begreifen.
Sachbezogene und engagierte Auseinandersetzung mit ökologischen und gesundheitlichen Fragen anregen und organisieren.
Möglichkeiten und Wege finden, wertorientiert mit ökologischen und gesundheitlichen Ressourcen umzugehen.
Die komplexen Vorgänge in der Natur, Umwelt und Gesundheit exemplarisch erfassen und experimentell und spielerisch erfahrbar machen, zum Beispiel auf Exkursionen im nahegelegenen Volkspark Friedrichshain.

Fach 5: Recht, Organisation und Verwaltung

Wenn ich schon das Wort Paragraf höre, schalte ich ab!!!

Wir hoffen und wünschen, dass es Ihnen nicht so ergeht!
Wir, das Team vom Fach V sind bestrebt, kompetenzorientierten Unterricht zu gestalten. Über Lernsituationen werden Sie systematisch an den Stoff herangeführt.
Wir möchten erreichen, dass Sie später über eine umfassende berufliche Fachkompetenz verfügen!

Wir werden uns in den drei Jahren schwerpunktmäßig mit folgenden Themen beschäftigen:

  • Grundgesetz (GG)
  • Bürgerliches Gesetzbuch (BGB)
  • Sozialgesetzbuch  (SGBVIII)
  • Berliner Kindertagesförderungsgesetz (KitaFöG)
  • Aufgaben und Leistungen der Jugendhilfe
  • Auftrag sozialpädagogischer Einrichtungen                                    
  • Qualitätsentwicklung (Tageseinrichtungen, Freizeitbereich und Jugendhilfe)
  • Rechtsstellung Minderjähriger
  • Fürsorge- und Aufsichtspflicht
  • Elterliche Sorge
  • Garantenstellung
  • Schutzauftrag
  • Jugendarbeit
  • Behindertenrecht
  • Hilfe zur Erziehung
  • Sozialraumorientierung
  • Vereinsrecht
  • Social Sponsoring
  • Tarifrecht
  • Aufbau des Berliner Jugendamtes

Nach Bedarf sind weitere Themenschwerpunkte möglich.

Aktualisiert: 28.03.2017